Dienstag, 2. Mai 2017

Urte Undine Frömming: Der Zwang zum Geständnis

In Frau Frömmings Aufsatz "Der Zwang zum Geständnis" werden die Ritualpraktiken der "suku" bei Naturkatastrophen auf der Vulkaninsel Flores in Ostindonesien behandelt. Die Vulkane stehen dabei im gesellschaftlichen Zentrum des Geschehens und sind so machtvoll, dass sie ritueller Ort und der personifizierte Vorfahre des Volkes zugleich sind. Durch diese Göttlichkeit und Übernatürlichkeit, die der Vulkan für das Volk ausstrahlt, werden auch genau hier Krieg, Streit und Krankheit in Form von Opferungen ausgetragen. Da der Vulkan durch seine Ausbrüche so lebhaft erscheint, sieht das Volk in ihm das Empfinden der Ahnen, welches sich in Naturgewalten ausdrückt. Um dies anscheinend zu vermeiden und vorzubeugen wird der Zwang zum Geständnis genutzt. Das Geständnis einer Person wird hierbei als Opferung angesehen und durch dessen zwanghafte Aussprache vor der Öffentlichkeit bloßgestellt. Außerdem wird dies genutzt, um eine allgemeine Angst beim Volk auszulösen und die Macht des Vulkans weiterhin zu positionieren bzw. aufrecht zu erhalten. Ein gutes Beispiel dafür ist der weltbekannte Uluru Stone bzw. Ayers in Australiens Down Under, der so heilig für das Urvolk der Aboriginies ist, dass das Machen von Fotos und das Besteigen des Vulkans verboten sind.

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